MARK NAPIER

Mark Napier, Venus 2.0, 2009, Digitaldruck auf Dibond, 101 x 183 cm
Mark Napier, Venus 2.0 No. 231320, 2009, c-Print
Mark Napier, Venus 2.0 No. 003233, 2009, c-Print
Mark Napier, Dissolve in Light, 2007, Software, Hardware, Holz
Mark Napier, Twosome, 2007, Software, Hardware, Holz

MARK NAPIER

“Obwohl ich zum Maler ausgebildet wurde und zunächst einige Jahre mit Farbe und Leinwand gearbeitet habe, erkannte ich bald, dass mich der Entstehungsprozess eines Kunstwerks viel mehr beeindruckte als das fertige Objekt. Jedes Bild, dass ich angefertigt hatte, habe ich aus dem Blickwinkel seiner Evolution betrachtet und vor allem die vielen Momente der Kreation und Destruktion genossen, die in diesen Prozess einfliessen. 1995 begann ich mich der Computersoftware als Medium zuzuwenden und entdeckte, dass ich mit diesem Werkzeug in der Lage bin Kunst herzustellen, die sich in einem ständigen Prozess des Wandels befindet, sich stets weiterentwickelt, immer das Potential der Veränderung beibehält und niemals zu einem endgültigen Objekt erstarrt. Seit dieser Erkenntnis habe ich nicht mehr gemalt. Wenn ich heute Kunst mit dem Computer kreiere, erforsche ich Zeit, Bewegung, Übergänge und Wirkungskräfte.

Mit der rasanten Entwicklung digitaler Medien leben und navigieren wir immer häufiger Welten, die aus Engerie bestehen: elektrische, magnetische und Lichtenergie. Digitale Medien durchdringen unser Leben wie nie zuvor. In dieser Umgebung wird Macht nicht mehr durch physikalische Objekte repräsentiert, sondern durch das Fortdauern von Ideen im kollektiven Bewusstsein der Medien.

In meiner Arbeit untersuche ich die Aufregung und Angst, die mit diesem Moment des Übergangs verbunden sind. Meine Arbeiten beginnen meist mit einer Frage. Wenn das Internet durch eine Flagge repräsentiert würde, wie würde diese aussehen? Gibt es in der Welt des Digitalen so etwas wie Verfall? Wie würde ein Denkmal in einem Raum, der aus Software gebaut ist, aussehen? Die letzte Frage hat zu einer Serie von Arbeiten geführt, in denen ich ein “elastisches” Empire State Building, ein 3D Model des berühmten Wolkenkratzers entwickelt habe, das weich zu werden und zu zerfliessen scheint, sich beinahe organisch dreht und wendet und damit ringt, in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Dieses Werk, das gewissermaßen auf der Grenzlinie von Organismus und Architektur taumelt, erforscht die Kollision von Stahl und Software als dominante Medien der Macht. Ich bin dabei sowohl vom Kubismus inspiriert – eine Kunstform, die ebenfalls in einer Periode des rasanten Übergangs aufkam – ich bediene mich aber auch bei Francis Bacons’ Figürlichkeit mit einem Augenzwinkern zu den elastischen Skulpturen Claes Oldenburgs. Ich arbeite gleichermaßen mit den Mitteln der Malerei, Skulptur, Fotografie und Animation und vereine diese Formen in einem Objekt, das immateriell, kurzlebig, geradezu wolkenhaft und doch vollkommen beständig und real ist.”

Mark Napier, 2007

Geboren 1961 in den USA
Lebt und arbeitet in New York
Studium: 1984  BFA, Syracuse University, Syracuse, NY

EINZELAUSSTELLUNGEN
2009
Venus 2.0, DAM GALLERY Berlin
2007 
Mark Napier and John Simon, DAM GALLERY Berlin
New Work, bitforms Gallery, New York
2006
The Cyclops Series, Grossman Gallery, Lafayette College, Easton, Pennsylvania
2005    
Empire, bitforms Gallery, New York
2003
Sacred Code, bitforms Gallery, New York

GRUPPENAUSSTELLUNGEN
2012
World on a Wire, bitforms gallery, New York
2011  
2nd Mostra de Arte Digital, Galerie Marta Traba, Memorial da América Latina, São Paulo, Brasilien
net.flag highlights, Big Screen Plaza, Eventi Hotel, New York
Mods & Hackers, Young Projects, Los Angeles, Kalifornien
Happy Tech, Fondazione Marino Golinelli, Palazzo di Re Enzo, Bologna, Italien
2010
Mois Multi 2010, Quebec City, Quebec, Kanada
Data Poetics, Google Inc (kuratiert vom Chelsea Art Museum), New York
2009
Hybrid Geographies, Stony Brook University, Stony Brook, New York
KIOSK, STRP Festival, Eindhoven, Niederlande
Fluid Architectures, Netherlands Media Art Institute, Amsterdam, Niederlande
Art and Electronic Media, bitforms gallery, New York
2008
Digital Safari, Cleveland State University, Cleveland, Ohio
Holy Fire: Art of the Digital Age, iMAL Center for Digital Culture and Technology, Brüssel, Belgien
13th Art Biennial, Pančevo, Serbien
2007
NETworking, Haifa Museum of Art, Haifa, Israel
Ars Electronica – Digital Art and Magic Moments, Shanghai Science and Technology Museum, China
Source Code, Eyebeam Atelier, New York
2006   
Further Processing, Kunstverein Medienturm, Graz, Österreich
Am, Eretz, Medina, The Israeli Center for Digital Art, Holon, Israel
2005  
bitforms Gallery, Seoul, Südkorea
Connessioni Leggendarie, Mediateca di Santa Teresa, Mailand, Italien
Pintar sense pintar, Centre d’Art la Panera, Lleida, Spanien
2004   
Hyper-Runt, In Liquid, Philadelphia, Pennsylvania
Villette Numérique, la Villette, Paris, Frankreich
2003
Pages, Christine Rose Gallery, New York
Hilchot Shchenim, Israeli Center for Digital Art, Holon, Israel
Interactive Design, Centre Georges Pompidou, Paris, Frankreich
Abstraction Now, Künstlerhaus Wien, Österreich
2002
Future Cinema, ZKM Karlsruhe, Deutschland
net.flag, Ars Electronica, Linz, Österreich
The Waiting Room, bitforms Gallery, New York
The Whitney Biennial, Whitney Museum of American Art, New York
Transmediale.02, Berlin
Princeton Art Museum, Princeton, New Jersey
2001
Animations, P.S.1, Long Island City, New York
net.ephemera, Gallery of the Moving Image, New York
Data Dynamics, Whitney Museum of American Art, New York
010101, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco, Kalifornien
2000
Call and Response, The Kitchen, New York
Ideogram Part 2″, Gallery of the Moving Image, New York
World Wide Video Festival Amsterdam, Niederlande
Protocol Prone, Bard College, Annandale, Virginia
The Anagrammatical Body, ZKM Karlsruhe, Deutschland
AEN – Art Entertainment Network, Walker Art Center, Minneapolis, Minnesota
1999
Net_condition, ZKM Karlsruhe
Boston Cyberarts Festival, Boston, Massachiusetts
Reel New York, Web New Media Group Thirteen/WNET
1998
Transmediale 98, Berlin
Digital 98, Art & Science Collaborations, Inc., New York
1997
Transmediale 97, Berlin
1996
Art Carnival, Eighth Floor Gallery, Soho, New York
ThreeManShow, 450 Broadway Gallery, Soho, New York
Sacred Space, 450 Broadway Gallery, Soho, New York
1995
Soul in C Minor, 450 Broadway Gallery, Soho, New York
1993
Spazi Fine Arts, Housatonic, Massachiusetts
New Directions, Pleiades Gallery, Soho, New York

AUSZEICHNUNGEN
2007
New York Foundation for the Arts Fellowship in Computer Arts
2002
Creative Capital Grant
Nominiert für das Rockefeller Fellowship
2001
Greenwall Foundation Grant für Point-to-Point
Nominiert für das Rockefeller Fellowship
Nominiert für den Webby Award in der Kategorie Kunst
New York Foundation for the Arts Fellowship in Computer Arts
2000
Preis der Fraunhofer Gesellschaft für Point-to-Point
1999
The Shredder erhält eine lobende Erwähnung bei der Ars Electronica 99
1998
Digital Landfill erhält den 1. Preis beim ASCII Digital 99 Festival

KOMMISSIONEN
2004   
Centre Pompidou, Paris erwirbt FEED:pompidou net artwork
Hotel gibt interaktive Arbeit für eine Installation in der Lobby in Auftrag
Whitney Museum of American Art gibt den Auftrag für “Four” für die ArtPort Website
2002
“Markle Feed” (modifizierte Version von “Feed”), im Auftrag der Markle Foundation, New York
Artist in Residence im Sackler Center des Guggenheim Museums, New York
2001
net.flag – net art project, im Auftrag des Guggenheim Museums für die permanente Sammlung
USA 1.1 – net art project, im Auftrag von Altoids.com
Point-to-Point – net art installation, im Auftrag des Whitney Museum of American Art
2000
Feed – net art project, im Auftrag des San Francisco Museum of Modern Art
1999
Pulse – net art project, im Auftrag von Altoids.com

PORN TO PIZZA – Domestic Clichés, DAM GALLERY Berlin, 5. September – 24. Oktober 2015
E-VOLVE, DAM GALLERY Cologne, 24. April – 24. Juni 2010
VENUS 2.0, DAM GALLERY Berlin, 5. Dezember 2009 – 27. Januar 2010
MARK NAPIER & JOHN F. SIMON, DAM GALLERY Berlin, 28. September – 10. November 2007