BERLIN – FRAGMENTS

Boredomresearch, Fragments, 2013, Preview
Boredomresearch, Fragments, 2013, Preview
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
Boredomresearch, Fragments, 2013, Ausstellungsansicht
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BERLIN – FRAGMENTS
BOREDOMRESEARCH

27. APRIL – 8. JUNI 2013

Eröffnung: 26. April 2013

boredomresearch lassen sich vorwiegend von der Diversität der Natur inspirieren. Mithilfe computergestützter Verfahren erarbeiten sie ähnlich vielfältige Formen. Am Computer simulieren sie natürliche Muster, Verhaltensweisen und komplexe Formenspiele, die sich im Laufe der Zeit verändern. boredomresearch haben sich dabei einer Reihe von Techniken, wie generativer Software, 3-D und Computer-Modellierung bedient, um gänzlich neue Bildelemente und -kompositionen zu entwerfen. Die Arbeiten der Ausstellung „Fragments“ sehen sich diese neuen Motive aus der Nähe an und überführen verschwindend kleine Details in großformatige Bildkompositionen.

In der Natur stehen Prozesse, die zu den uns bekannten Formen, wie zum Beispiel Schmetterlingsflügel, führen, unter einem immensen Selektionsdruck. Nur die Arten, die Überlebensvorteile besitzen, bestehen fort. Im Gegensatz dazu behandeln die generativen Arbeiten der „Fragments“ – Ausstellung alle Variationen gleich. Form um Form generierend, setzt sich die endlose Erkundung von Diversität fort und wird nur für Ausnahmezustände unterbrochen, die nach ihrem Verschwinden kein zweites Mal auftreten werden. Jede Form stellt ein Teilfragment eines unbekannten, erdachten Organismus dar. Die biologische Ambiguität der Bildmotive lässt uns über unsere unvollständige Kenntnis der Taxonomie der Natur nachdenken. Die entstehenden Renderings sind poetisch und suggestiv zugleich.

boredomresearch fangen die markanten Formen ihrer generativen Software in den Bildreihen “Lost Flight Fragment” (2013) and “Lost Flight Plume” (2013) ein. Diese großformatigen Drucke werden zusammen mit Auszügen der Werkreihe „Brilliant Clouds“ (2010/11), die auf abstrakte Art und Weise geologische Formen inszeniert, gezeigt. In der Betrachtung der faszinierend komplexen Oberflächen der neuen computergestützten Arbeiten und Prints des Künstlerpaares treten Mechanismen der Musternbildung in den Vordergrund. Die lebhaften Kreise der Bildreihe „Black Mountain“ (2013) verschmelzen ineinander und bilden Landschaften, die an tiefe Gebirgsspalten erinnern. In der computerbasierten Arbeit “Fragments of Lost Flight” (2012-13) zeichnen unabhängige Elemente einen virtuellen Pheromonenschweif, der als ein sich stets fortsetzender Zug von schuppenartigen Flügelfragmenten auf dem Bildschirm erscheint. Die schuppenartigen Formen, die an Schmetterlinge erinnern, weisen zudem auch florale Qualitäten auf. Sie entstehen in den Software-Arbeiten in Echtzeit und verweisen in ihrer Ästhetik zugleich auf kolorierte Illustrationen der Botanik. Somit verschränken sich in den Kunstwerken von boredomresearch der Akt der Illustration mit dem Prozess der Simulation. Die Reihe „Fragments“ stößt folglich eine Re-Interpretation traditioneller Formen der künstlerischen Praxis an.

boredomresearch ist der Titel des gemeinsamen Projektes der britischen Künstler Vicky Isley (*1974) und Paul Smith (*1975). Alle ihre Arbeiten sind am Computer erstellt und umfassen interaktive Online-Projekte, sowie generative Objekte und Prints. Ihre Arbeiten wurden in die Sammlung des British Council aufgenommen und erhielten lobende Anerkennung von der transmediale.05, Berlin (2005) und der VIDA 7.0 Art & Artificial Life International Competition, Madrid (2004). Die Arbeiten von boredomresearch wurden bereits weltweit ausgestellt, u.a. im Haus der elektronischen Künste Basel (2012); im KUMU Art Museum in Tallinn, Estland (2011); im Today Art Museum in Beijing (2010); im LABoral Centro de Arte y Creacion Industrial in Gijón, Spanien (2010); auf dem STRP Festival in Eindhoven, Niederlande (2009) und am Instituto Itaú Cultural in São Paulo (2008).